50-Jahr-Feier

Heute feiern wir „50 Jahre Kiwanis Club Vöcklabruck“, das heißt, es hat sich ein Freundeskreis gefunden, der die geistigen Werte über die materiellen stellt, der Freundschaften pflegt und humanitäre Aufgaben, insbesondere die Hilfe für Kinder zu lösen versucht.

Kiwanis ist die Idee Freundschaft, Wohltätigkeit und Engagement für das Wohl der Kinder (aktuelles Motto „Serving the Children oft he World“).

 

Gründung: Vor 80 Jahren endete der 2.Weltkrieg. Vor 60 Jahren wurde der Erste Kiwanisclub Österreichs in Wien gegründet. Vor 50 Jahren am 1.3.1975 fand die Organisationsfeier unseres Clubs in Gmunden mit 20 Mitgliedern und am 28.9.1975 die Charterfeier im Schloss Kammer mit 25 Freunden statt. Für die Gründung war Welser KI Club federführend. Bei der Charterfeier waren die Clubs aus Wels und die gewählten Paten Meran und Colmar vertreten. Warum diese 2 Clubs? Dort glaubten wir Deutsch sprechen zu können. Der erste Vorstand bestand aus Präs. Dr. Walter Kircher, Vizepäsident Eduard Koren, Sekr. Dr. Hannes Bauer, Schatzmeister Dkfm. Fritz Bachinger. Noch lebende Gründungsmitglieder: Bauer, Hess, Hufnagl, Schreiner, Franzmayr (leider vor Kurzem ausgetreten).

 

Verstorbene – Gedenken: Gründungspräsident Dr. Walter Kircher, Musikschulleiter Ernst Quirtmaier, Notar Dr. Rihl, Möbelhändler Bgm. Johann Fellner, Chemiker Dipl. Ing. Josef Schwimann, Baumeister Werner Schrödl, Transportunternehmer Heinrich Aicher, Arzt Dr. Karl Puchner, Steuerberater Dkfm. Fritz Bachinger, Unternehmer Albert Hofmanninger, Publizist Dr. Konrad Kampas, Juwelier Karl Heinz Litzlbauer, Geschäftsmann Walter Lothring, Versicherungsmakler Herbert Seiringer, Rechnungsdirektor Alfred Rabelsberger, Dentist Sigulf Buchhuber, Schuldirektor Walter Haminger, Notar Dr. Heinz Repp und der langjährige Freund vom Patenclub Colmar Rene Jungblut sowie die ausgetretenen Mitglieder Dr. Günther Mück, Dr. Werner Reisner und der Künstler Prof. Gerhard Weigl. 

 

50 Jahre Kiwanis Club: Walter Kircher unser Gründungspräsident konnte nur 3 Jahre lang sein Werk begleiten. Wie hatte er es nur zu Wege gebracht viele von uns zu finden. Als ausgezeichneter Kinderfacharzt wusste er offenbar auf Grund der Neigungen der Kinder wie wertvoll deren Väter sein mussten. Wir haben uns bemüht, eine enge Bindung zu erwirken. Wenn wir auch durch stürmische Zeiten – Mitgliederschwund – Suche nach Präsidenten – durchlebt haben, so lässt uns unser Arbeitsprogramm und die Aktivitäten, die wir gesetzt haben, aufhorchen.

So will ich beispielhaft Einiges in Erinnerung rufen: Wir veranstalteten um Einnahmen zu erwirtschaften Jahre hindurch Konzerte (Streichquartett Dr. Puchner, Vier Hände am Klavier, Ellen D., Schülerorchester der LMS, Jazz Hofmaninger, JJ. King, Comedian Voices, Talentekonzert Friedenskirche, ….), Lesungen (Wiltrud Schreiner), z.T. im Rahmen unserer Osterdienstag-Gespräche Vorträge von Politikern z.B. NatPräs. Dr. Heinz Fischer, NR. Friedrich Peter, NR. Dr. Gugerbauer, BM. Dr. Busek, LAbg. Staudinger, EU-Abg. Paul Rübig …, Vorträge von Journalisten und Experten verschiedenster Sachgebiete Alfred Worm, Hans Pretterebner (Aufdecker Lucona), Gerald Mandlbauer (OÖN), Christian Rainer (Profil), LRechnungshofdir. Dr. Helmut Brückner, Univ. Prof. Dr. Herbert Hofstätter (Fracking), Mag. Christian Putscher (Ernährung), Dr. Franz Satzinger (500 Jahre Kaiser Maximilian), RaiBa-GenDi. Michaela Keplinger-Mitterlehner (Finanzen), Roderich Braun (Rückbau von AKWs),…..

Ganz wesentlich für die Mittelbeschaffung war der seit 1976 von uns betriebene Christbaummarkt (lange Zeit mit Losverkauf) und später der Adventmarkt am Vöcklabrucker Stadtplatz mit den besten Bratwürsteln oö.-weit.

 

Unterstützungen, Charities: Ankauf eines elektr. Rollstuhles, Unterstützung des Kinderheimes in Steinbach a. A., Unterstützung afrikanischer Kinder zum Schulbesuch, Krankenstation in Ghana (AfreakMED), Hilfszahlungen für das Schiff Gisela Gmunden, Medikamente und Sachspenden nach Bosnien nach Bürgerkrieg, Mitwirkung für die Anschaffung von Jodtabletten für die Kinder der Welt, Stipendien für Musikschüler der LMS Vöcklabruck und Zuschüsse zum Ankauf von Instrumenten, Beteiligung beim Ankauf eines Partnerhundes für einen Schüler, Geldspenden für die Erdbebenopfer in Friaul, nach Armenien und in den Libanon, Schwimmkurs für Schüler, Einzelunterstützungen für Kinder bzw. Familien in Not, usw., usw.

 

Die Ideen, die anfangs mit Kiwanis verbunden wurden, waren: Pflege der Freundschaft, Vorrang des Geistigen vor dem Materiellen und mit Zivilcourage auf eine bessere humanere Welt hinzuwirken nach dem Grundsatz „wir bauen“ haben sich geändert. Nunmehr hat sich das Engagement vorwiegend auf die Unterstützung und Hilfe für Kinder verlagert.

 

Pflege der Freundschaft:  Organisation von 7 Frühlingsbällen im Jagdschloss Fuschl, , Ausflüge 4 Besuchsfahrten nach Colmar, Teilnahme an Törggelen in Meran, Krumau, Besuche in Wien z.B. unter Führung von Marcus Lang, Klosterneuburg, Parlamentsbesuch, div. Museen (Albertina, Moderne Kunst, Salzburg, mehrfach Wachau, Schallaburg, Wanderungen, Eisstockschießen, auch mit/gegen die Attnanger KC-Damen, gemeinschaftliches Backen und Kochen und Abschlussfeiern bei Mitgliedern. Immer wieder Vorträge von Clubmitgliedern, Besuche von Firmen und Unternehmen im Bezirk.

 

Einige unserer Mitglieder haben sich durch Einsatz für Kiwanis sehr verdient gemacht: Hannes Bauer war Distriktssekretär, Alfred Rabelsberger war 2-mal, Hubert Schreiner und Leo Steinbichler waren je 1-mal Lieutenant Governor.

Live Members sind Hannes Bauer, Hubert Schreiner und Dieter Hess.

 

Der damalige Weltpräsidenten Nettles Brown besuchte uns in Begleitung des Governors Gunter Gasser bei der 25-Jahrfeier in Weyregg unter Präs. Posch.

 

Abschließendes

Zuletzt eine Antwort auf die Frage, was hat uns der Club überhaupt gebracht:

Wir konnten im Kreise von Gleichgesinnten viele Gedanken austauschen. Wir haben Freundschaften geschlossen und uns bei den vielen Charityaktivitäten, vor allem bei den Weihnachtsmärkten, Ausflügen und Jahresabschlussfeiern bei Mitgliedern wirklich gut zusammengefunden.

Wenn wir nun einen Sinn im Leben erkannt haben, dann sollten wir uns untereinander und in unserer Umgebung dafür einsetzen, dass die Würde des Menschen jederzeit geachtet und unter Kiwanisfreunden ein möglichst großer Grundkonsens an Wertvorstellungen erreicht wird.

Frauen: Wenn ich bisher von den Mitgliedern gesprochen habe, so habe ich bewusst oder unbewusst unsere lieben Frauen nicht erwähnt. Wir haben ja die Aufnahme von Frauen in den Club einst abgelehnt. Was aber wären wir, hätten wir nicht unsere lieben Frauen und Gefährtinnen. Ohne sie wäre der jährliche Clubablauf zwar denkbar, aber vollkommen farblos.

 

Wir alle sind uns bewusst, dass wir sicherlich viel verabsäumt haben und uns viel zu wenig engagiert haben, aber immerhin lassen unser Arbeitsprogramm und unsere Aktivitäten, die wir gesetzt haben, doch aufhorchen.

Wir brauchen auch in Zukunft den persönlichen Einsatz und die Freundschaft unserer Clubfreunde.

 

Einst sagte ein Kiwanispräsident: „Kiwanis ist ein Abenteuer in immer neuen Freundschaften und eine Herausforderung zu mehr Menschlichkeit und hilfsbereiter Güte. Kiwanis bringt mir Gemeinschaft mit Menschen, die solches Abenteuer suchen, die den Werten des wahren Menschseins zum Durchbruch verhelfen und in gemeinsamen Aktionen und damit wirkungsvoll Not lindern und sich gegenseitig und anderen Freude schenken“.

Ich glaube sagen zu können, dass wir im Kreis von gleichgesinnten Freunden viele Gedanken austauschen und viele Probleme erörtern konnten. Es sind wirkliche und tiefe Freundschaften entstanden.

 

Mit einem Zitat aus der Rede Catilinas vor den Verschwörern, welches mir für die Kiwanisfreunde zutreffend erscheint, will ich meine Ansprache beenden:

Denn dasselbe zu wollen und dasselbe nicht zu wollen, darin besteht eine feste Freundschaft (nam idem velle atque idem nolle es demum firma amicitia est).